Roadmap zu deinem neuen Ich

point-to-point travel route with red thumbtacks and green arrowsBerichtet der Mann von dem Angebot seines Arbeitgebers, für einige Jahre nach England zu gehen, fällt den meisten Partnerinnen die Entscheidung mitzugehen relativ leicht. England gilt als „einfaches“ Entsendungsland, die Auslandszeit scheint für beide viele Vorteile zu bieten. Ist die erste Euphorie vor Ort jedoch vorbei, rutschen viele Expat-Partnerinnen in eine Krise. Denn nun selbst einen neuen Job zu finden oder sich einen Freundeskreis aufzubauen, ist gar nicht einfach. Meine geschätzte Blogger-Kollegin Constance Grunewald-Petschke beschäftigt sich intensiv mit der Frage, was Expat-Partnerinnen für ein glückliches Auslandsleben brauchen und bietet im folgenden Gastbeitrag eine Roadmap zum neuen Ich.

Es wurden bereits Tausende von Büchern geschrieben über die Rolle der Frau im 21.Jahrhundert. Die in unserer westlichen Welt existierenden Konzepte von Rollenverständnis, Partnerschaft und dualer Karriere sind vielfältig. Doch wenn es um Entsendungen ins Ausland geht, zeigt die Realität mehrheitlich immer noch ein traditionelles Muster: ER geht, SIE geht mit.

Viele Menschen, die als mitausreisende PartnerInnen ins Ausland gehen, stehen früher oder später vor der Frage: „Was tue ich überhaupt?“ Wir durchleben gerade vor und zu Beginn der Entsendung nicht selten Momente, in denen wir uns perspektiv- und orientierungslos fühlen. Ein solcher Moment ist genau der richtige Zeitpunkt, um mal wieder über sich selbst nachzudenken. Darüber, wer man ist, wo man steht und wer man eigentlich sein will – auch in der Ferne. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass drei Dinge enorm wichtig sind, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren:

– Lerne deine individuellen Motivationsfaktoren kennen! Mach‘ die Dinge greifbar, die in deinem Leben wirklich wichtig sind.
– Definiere deine Must-Haves! Konkretisiere, welche Schritte notwendig sind, um deinen angestrebten Zielzustand zu erreichen.
– Erstelle deine persönliche ToDo-Liste. Plane Maßnahmen, die du ergreifen kannst um deine Ziele zu erreichen.

STEP 1: BESTIMME DEINE MOTIVATIONSFAKTOREN
Welche Dinge sind dir wichtig, wonach strebst du im Leben?

Klar gibt es jede Menge Dinge im Leben, die einem wichtig sind! Leckeres Essen zum Beispiel. Oder Sport treiben. Oder schicke Klamotten. Darum geht es an dieser Stelle aber nicht – leider . Im ersten Schritt machst du dir Gedanken über die Dinge, die dich antreiben im Leben. Dinge, nach denen du strebst. Menschen können beispielsweise nach Nähe streben. Oder nach Distanz. Nach Sicherheit und Risiko, Freiheit oder Verantwortung, Routine, Abwechslung …

Was motiviert dich, gerade die Dinge zu tun, die du tust? Oder nicht tust. Der Übersichtlichkeit halber solltest du dich hierbei zunächst auf die 3-4 wichtigsten Motivationsfaktoren beschränken. Was das sein könnte?
1. Du strebst nach UNABHÄNGIGKEIT
2. Du strebst nach ANERKENNUNG
3. Du strebst nach ZUGEHÖRIGKEIT

STEP 2: DEFINIERE DEINE MUST-HAVES
Was brauchst du, um deinen angestrebten Zielzustand zu erreichen?

Im zweiten Schritt schaust du dir deine Motivationsfaktoren etwas näher an. Finde heraus, was genau du brauchst, um den angestrebten Zielzustand zu erreichen.

Würde man mich heute fragen, wann sich bei mir das Gefühl der Unabhängigkeit einstellt, dann würde ich sagen:
– Wenn ich autonom arbeiten kann.
– Wenn ich ein Projekt habe, das mich fordert.
– Wenn ich ein spannendes soziales Umfeld habe.
– …

Bisher hast du definiert, was deine größten Motivationsfaktoren im Leben sind – also welchen idealen Zielzustand du anstrebst. Und du hast konkretisiert, was genau du brauchst, um diesen Zustand zu erreichen.

STEP 3: ERSTELLE DEINE PERSÖNLICHE TO-DO LISTE
Welche konkreten Maßnahmen musst du ergreifen?

Du strebst nach Anerkennung? Dein wichtigstes Must-Have ist ein interessanter Freundeskreis? Perfekt! Dann erarbeite jetzt deine persönliche ToDo-Liste um genau das zu bekommen! Stelle dir ganz konkret die Frage: „Was genau muss ich tun, um mir einen spannenden Freundeskreis aufzubauen?“ Lass deiner Kreativität freien Lauf und ziehe wirklich alle Möglichkeiten in Betracht.

Maßnahmen-Liste fertig? Fantastisch! Nun nimmst du dir deine Liste und priorisierst die ToDos nach Schwierigkeit. Du kannst z.B. einfache ToDos grün markieren (z.B. in Facebook Interessensgruppen recherchieren) und schwierige mit einem roten Marker (z.B. eigene Interessensgruppe gründen) versehen. So identifizierst du ganz schnell die Punkte, die du easy umsetzen kannst und die, die problematisch werden könnten. Starte mit den einfachen Dingen, die dir Spaß machen. Das bringt dir direkt zu Beginn schnelle Erfolge und motiviert dich zum Weitermachen. Die vermeintlich problematischen setzt du auf Wiedervorlage. Sie werden sich nach und nach vereinfachen und dir mit der Zeit – und größerer Routine – eigentlich ganz unkompliziert erscheinen (Glaub mir!).

Wie deine Liste aussieht, überlasse ich deiner Kreativität. Wichtig ist nur, dass du sie wie einen Routenplan immer auf dem Beifahrersitz behältst. So lange, bis du angekommen bist. Wenn du dich verfährst, ändere deine Route. Wenn du ein Etappenziel erreicht hast, hake es ab. Wenn es am Straßenrand interessante Dinge zu entdecken gibt, mach’ einen Zwischenstopp.

Was sie dir bringt, die Roadmap zu deinem neuen Ich?

– Klarheit über die Dinge, die dir wichtig sind im Leben.
– Konkrete Ziele, die du erreichen möchtest. Und wenn dich mal die Faulheit packt, motivieren dich deine Ziele wieder zu konkreten Taten.
– Eine gute Struktur, die dich deinen Zielen Stück für Stück ein bisschen näher bringt.

Viel Erfolg wünscht euch euer PencilSkirt!

Mehr von Constance Grunewald-Petschke für Expat-Frauen finden Sie in ihrem Blog What about my pencilskirt?

Bild: © iStock.com/almagami

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