Zum Shoppen in die Kirche

Kirchen und Kapellen, die ausgedient haben, werden mittlerweile auch in einigen deutschen Großstädten zu trendigen Luxus-Apartments umgebaut. Für viele ist es eine eigenartige Vorstellung, in eine ehemalige heilige Stätte einzuziehen. In England ist der Umbau von Kirchen zu dringend benötigtem Wohnraum bereits eine Normalität.

(Siehe dazu im Ratgeber Alltag in Großbritannien ab Seite 47; Bilder finden Sie unter AiGB5 auf www.seitnotiz.de). Die Wenigsten haben dabei moralische Bedenken.

Nach dem Beten gibt es Pfannkuchen

Dazu trägt auch bei, dass „Kirche“ in Großbritannien sehr viel aktiver und offener gelebt wird als in vielen deutschen Regionen. (Siehe Alltag in Großbritannien ab Seite 309). Kirchen und Glaubensgemeinschaften sind vor allem ein zentraler Treffpunkt für die Gemeindemitglieder. Hier finden diverse Aktivitäten statt, die oftmals keinen direkten Bezug zu Religion haben. Oft stehen der community spirit und das Bedürfnis nach sozialen Kontakten an erster Stelle. So gibt es jede Woche nach der Sonntagsmesse ein get-together mit Tee und Keksen – oder der halbstündige Bibelkreis endet mit einem lustigen Pfannkuchenessen.

Community Shop in englischer Dorfkirche

Ein kleines Dorf in Berkshire hat nun in der Kirche einen Lebensmittelladen eingerichtet. Das Geschäft wird von der lokalen Gemeinde als community shop betrieben. Unter der Woche geht man also zum Einkaufen – und für einen kurzen Plausch – in die Kirche. Dort findet sich alles, was auch ein kleiner Tante Emma Laden bieten würde. Bevor die Sonntagsmesse stattfindet, verschwinden die Lebensmittelregale und Kühlvitrinen hinter Schranktüren. Die Kirche verwandelt sich in die gewohnte Optik zurück.

Sehen Sie hier einen kurzen Bericht der BBC

Hier geht’s zur Website mit Fotogalerie des village shops

Community shops sind in Großbritannien bekannt. Die freien Flächen der Kirche dafür zu nutzen, ist jedoch auch für Briten relativ neu – liegt aber den wenigsten fern.

Katrin Koll Prakoonwit

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